Domino-Effekt: Biervielfalt in Gefahr

Das Coronavirus hat die ohnehin schon angespannte Situation für kleine und mittelgroße Brauereien noch verschlimmert. Was wir jetzt für den Erhalt unserer Biervielfalt brauchen…

Das Coronavirus hat die ohnehin schon angespannte Situation für kleine und mittelgroße Brauereien noch verschlimmert. Was wir jetzt für den Erhalt unserer Biervielfalt brauchen…

Es hat sich schon lange angedeutet. „Das Trinkverhalten ist heute ein ganz anderes, als noch vor 20 Jahren”, erzählt uns Christian Bracht, Labormitarbeiter der Fiege Brauerei in Bochum. Und tatsächlich, der jährliche Bierabsatz ist laut statistischem Bundesamt (Destatis) seit 1993 um zwei Milliarden Liter, beziehungsweise 17,8 Prozent zurückgegangen. 

Besonders die Diversität des Marktes hatte unter diesem Negativtrend stark gelitten:

Vor ein paar Jahren schluckte der weltgrößte Bierbrauer Anheuser-Busch die Bremer Traditionsmarke Beck’s, die niederrheinische Alt-Marke Diebels, die Hasseröder Brauerei aus Wernigerode und die Spaten-Löwenbräu-Gruppe. Die Nummer zwei der Branche, Heineken, hält 30 Prozent Anteile an der Paulaner-Gruppe. Und der weltweit viertgrößte Bier-Riese, der dänische Carlsberg-Konzern besitzt die deutschen Marken Holsten, Astra und Hannen Alt.

Blechner, April 2020 (boerse.ard.de)

Jahrelang konnte man Bundesweit einen Brauereienschwund beobachten. Was man im Ausland bereits seit Jahren kennt wird immer mehr auch in Deutschland Realität: Eine handvoll Großkonzerne beherrscht den Großteil des Marktes, diktiert Preise durch detailoptimierte und vollautomatische Brauprozesse und kauft eine Brauerei nach der anderen auf. Zum Übel des Verbrauchers: Eine kulinarische Vielfalt sucht man in einer solchen Realität vergeblich.

Rund 70 Prozent der aktuell 1.548 registrierten Brauereien in Deutschland stoßen weniger als 5.000 Hektoliter pro Jahr aus. Oft verkaufen sie nicht einmal über Landkreis- oder sogar Stadtgrenzen hinweg und sind stark von Volksfesten, Sportveranstaltungen oder anderen Events abhängig.

„Es ist der klassische Domino-Effekt”, berichtete die idowa im August, „Geht es den Gastronomien schlecht, bekommen das auch die Brauereien zu spüren”. Die Coronakrise wurde für viele Privatbrauereien schnell zur Bierkrise. Während der Absatz im Einzelhandel laut dem Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK um etwa 11,5 Prozent anstieg, brachen in der Eventbranche im Schnitt 6,6 Prozent oder 303 Millionen Liter Absatz weg. Was sich auf den ersten Blick nicht allzu dramatisch liest, ist in Wahrheit ein regelrechter Todesstoß für die deutsche Brauereilandschaft. Einige unserer Kunden berichten von bis zu 40 Prozent weniger Absatz im Zeitraum von Januar bis Oktober. 

Als mittelständisches Softwarehaus mit überwiegend kleinen und mittelgroßen Brauereien im Kundenportfolio arbeiten wir täglich daran, unsere Software weiter zu optimieren und so Verluste unserer Kunden durch intelligentes Datenmanagement auszugleichen. 

Wir sehen, welchen gewaltigen Herausforderungen sich die Mitarbeiter:innen der Brauereien stellen und sind stolz, diese Betriebe mit unserer Expertise zu unterstützen und auf die Zukunft vorzubereiten. Elementar sind faire Preise und großes Engagement. Damit fördern wir die Arbeit der Traditionsbrauereien und tragen so unseren Teil zum Erhalt der deutschen Biervielfalt bei.

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